Aug 052015
 

Ein Grundstück fürs stationäre Hospiz

Sabine Tiedtke auf dem idyllischen Grundstück am Schwarzendamm. Das Areal wird der Stadt im Tausch gegen ein Grundstück am Sandkamp angeboten, wo das Hospiz entstehen soll.

Der Verein Lebensweg hat einen Bauplatz am Sandkamp in Bad Oldesloe in Aussicht.

 

 

Sabine Tiedtke auf dem idyllischen Grundstück am Schwarzendamm. Das Areal wird der Stadt im Tausch gegen ein Grundstück am Sandkamp angeboten, wo das Hospiz entstehen soll.
© Matzen

Bad Oldesloe. Sabine Tiedtkes großer Traum vom stationären Hospiz in Bad Oldesloe rückt in greifbare Nähe. „Die Stadt hat uns ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück am Sandkamp in Aussicht gestellt“, freut sich die Vorsitzende des Vereins Lebensweg. Das könne man im Tausch gegen ein anderes Grundstück, das eine Ahrensburger Spenderin dem Verein am Schwarzendamm geschenkt hatte, bekommen. „Ursprünglich hatten wir die Idee, das stationäre Hospiz am Schwarzendamm zu errichten. Aber die 5500 Quadratmeter große Fläche liegt außerhalb des Siedlungsgebietes. Laut Bebauungsplan sind dort nur Kleingärten vorgesehen.“ Stadt und Land hätten das geprüft: Von rechtlicher Seite habe es dort keine Möglichkeit gegeben, den Flächennutzungsplan zu ändern. Umso mehr freut sich die gelernte Krankenschwester, dass die Hospizpläne mit dem neuen Standort nun sehr konkret werden.

Ein Wertausgleich müsse noch mit der Stadt verhandelt werden — „über eine mittelhohe sechsstellige Summe“, aber auch hier hat Tiedtke bereits eine Lösung: „Wir haben zwei größere Stifter, mit denen wir das Grundstück kaufen können“, teilt die Lebensweg-Vorsitzende mit.

2,5 Millionen Euro benötigt der Verein insgesamt für das Grundstück und das geplante Hospiz-Gebäude mit zehn Plätzen. Um das Projekt für die Zukunft auszurichten, plant die Hospiz-Initiatorin, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Eine Stiftung biete viel Sicherheit. „Damit wird deutlich: Mein Geld ist gut aufgehoben. Mit Hilfe einer Stiftung kann das Hospiz auch noch in 100 Jahren bestehen — weil eine Stiftung sehr nachhaltig und ganz unabhängig von meiner Person ist.“ Zudem würden Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen durch Steuervorteile für Stifter und Spender begünstigt.

„Abzugsfähig sind Spenden bis zu einer Million Euro“, erläutert Tiedtke. Spenden für gemeinnützige Vereine seien dagegen einkommensabhängig. Bis zu 20 Prozent seines zu versteuernden Einkommens kann man beim Finanzamt geltend machen. „Wir werden natürlich auch Anträge auf Fördergelder stellen“, so Tiedke.

Insgesamt ist Sabine Tiedtke sehr glücklich über das, was sie bisher auf die Beine gestellt hat. Vor sechs Jahren, als sie die Ausbildung zur Pflegedienstleiterin absolvierte, hatte sie erstmals die Vision vom stationären Hospiz in Bad Oldesloe — sie wollte ein Haus bauen, in dem der Tod und das Sterben Teil des Lebens wird. „Seitdem hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Ich wusste, dass das meine Aufgabe im Leben ist“, erinnert sich die Oldesloerin. Seitdem fügt sich für die 52-Jährige das Puzzle Stück für Stück zusammen. Im Februar vor zwei Jahren wurde der Verein Lebensweg gegründet.

„146 Fördermitglieder haben wir mittlerweile. Jeder bringt sich auf seine Art ein — einer hat Geld, der nächste hat gute Ideen, ein anderer hat Zeit. Das ist das Tolle, dass wir gemeinsam etwas Gutes, Großes und Ganzes werden“, schildert Tiedtke. Wie großartig das sei, was hier realisiert werde, würde allen erst richtig bewusst werden, wenn das Gebäude stehe. „Einen Zeitplan haben wir nicht, wir gehen Schritt für Schritt vor. Aber es wäre super schön, wenn das Hospiz in zwei Jahren fertig gestellt sein könnte.“

Dass sich Sabine Tiedtke mit so viel Engagement für ein stationäres Hospiz einsetzt, hat sich mittlerweile herumgesprochen — sogar bis zum Bundespräsidenten. Joachim Gauck hat der Oldesloerin eine Einladung zum Sommerfest geschickt — am 11. September ins Berliner Schloss Bellevue. Sie ist schon gespannt, was sie dort erwartet.
Britta Matzen

Jul 292015
 

Im Gespräch mit Franz Thönnes

Der „Förderverein Lebensweg – Stationäres Hospiz für Jung und Alt – e.V.“ wurde im Februar 2013 mit dem Ziel gegründet, in Stormarn ein stationäres Hospiz mit voraussichtlich 10 Betten zu errichten. Um über ihre Arbeit zu informieren, hatte die Vorsitzende Sabine Tiedtke den SPD-Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes zu einem Gespräch eingeladen.

Und so traf sich der SPD-Politiker Ende Juli mit Frau Tiedtke sowie den Vorstandsmitgliedern Angela Kroß, Gundula Thilker und Veronika Burnolajt.

„Obwohl wir alle früher oder später vom Tod betroffen sind, und er damit Teil unseres Lebens ist, ist das Thema in der Gesellschaft noch zu sehr tabuisiert. Der Umgang mit Sterbenden ist den Menschen häufig unangenehm. Aber es ist wichtig, dieses Thema in die Mitte der Gesellschaft zu holen und Betroffene nicht alleine zu lassen. Deshalb begrüße ich die Initiative des Vereins sehr“, so Thönnes.

Im Gespräch wurde deutlich, wie weit fortgeschritten die Bemühungen der Aktiven bereits sind und wie groß der Rückhalt der Bevölkerung sowie der Politik vor Ort ist. So hat der Verein bereits 146 Mitglieder und vor kurzem wurde ihm ein Grundstück geschenkt. Da hier jedoch lediglich die Bebauung für Kleingartenanlagen vorgesehen ist, gibt es aktuell Gespräche mit der Stadt Bad Oldesloe, im Rahmen eines Tauschvertrages ein anderes Grundstück zu erhalten, was zur Bebauung freigegeben ist.

„Auch wenn das Haus in der Kreisstadt entsteht, so wird es doch ein Ort, der auch für alle Menschen darüber hinaus offen ist. Danke an alle, die bis hierhin mitgeholfen haben, den Weg zu ebnen. Lassen Sie uns weiter gemeinsam dieses Haus entstehen lassen, jeder mit den eigenen Möglichkeiten“, erklärt die Vorstandsvorsitzende Sabine Tiedtke.

„Für ihren Einsatz bei diesem Schwierigen Thema verdienen die Aktiven große Anerkennung. Diese wurde nicht zuletzt durch die Wahl von Frau Tiedtke zum ‚Menschen des Jahres 2014 in Stormarn‘ deutlich. Auch die Große Koalition stellt sich dieser Verantwortung. Wir haben gerade einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Hospizarbeit in den Deutschen Bundestag eingebracht. Unter anderem sollen die Krankenkassen bei Hospizen künftig für Erwachsene 95 statt bisher 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten tragen, so wie es bei Kindern schon ist“, erläutert der Stormarner Bundestagsabgeordnete.

Die aktuell geplante Reform funktioniere aber nur, wenn es vor Ort engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt, die sie mit Leben füllen. Nur gemeinsam könne den Menschen ein würdiger und schmerzfreier Lebensabend ermöglicht werden.

Jun 172015
 
TREFFPUNKT

Förderverein öffnet sein Cafe Lebensweg

Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben, sind ein Teil des Lebens, aber: Trauer braucht Platz und Trauer braucht Zeit. Beides möchte der Förderverein Lebensweg — Stationäres Hospiz für Jung und Alt — mit seinem „Lebensweg Cafe“ in Bad Oldesloe bieten.

Bad Oldesloe. Der Verlust eines Lebenspartners oder eines geliebten Menschen kann tief einschneidende Folgen haben. Wenn sich der Alltag ganz neu darstellt, kann es hilfreich sein, sich mit anderen Menschen, anderen Betroffenen auszutauschen. Hier möchte das offene „Lebensweg Cafe“ des Fördervereins ansetzen. An diesem Ort der Begegnung von trauernden Menschen ist es möglich, Gefühle und persönliche Dinge mitzuteilen, die oftmals sonst nicht mehr genügend Platz im sozialen Umfeld haben. Er bietet Gelegenheit im Austausch mit anderen Trauernden neue Möglichkeiten und Wege zu entdecken, um mit dem erlittenen Verlust umzugehen. Das Verständnis von Betroffenen schafft Orientierung, gibt Unterstützung im eigenen Lebensalltag und bietet die Möglichkeit Gemeinschaft zu entdecken.

Das „Lebensweg Cafe“ möchte kein Treffpunkt für eine feste Trauergruppe oder Selbsthilfegruppe sein und keine Trauerberatung. Vielmehr soll es ein Ort sein, an dem die Menschen im geschützten Raum bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen können über Fragen der Trauer und über Fragen des Lebens, ein Ort, an dem man miteinander lachen und weinen, aber auch gemeinsam schweigen kann.

Strukturiert werden die Treffen durch ein gemeinsames Kaffeetrinken, indem durch jeweils zwei Begleiterinnen mit entsprechender Fortbildung Impulse für das gemeinsame Gespräch gesetzt werden.

Ansonsten aber sind die Teilnehmer eingeladen, von ihrer aktuellen Situation zu berichten. Gespräche erleichtern, aber auch nur Schweigen und Zuhören sind möglich.

Das „Lebensweg Cafe“ wird jeden zweiten Mittwoch im Monat in den Räumen des Gemeindezentrums der Kirchengemeinde Bad Oldesloe am Poggenseer Weg 28 von 16 bis 18 Uhr geöffnet, das nächste Mal am 14. Januar.

Ansprechpartnerinnen sind Gundula Thilker unter Telefon 04533/792806 und Heidi Müller unter Telefon 04532/24163.

Dez 022014
 

Bad Oldesloe : Lebensweg feiert Mitgliederzulauf

Sabine Tiedtke, Mensch des Jahres in Stormarn, engagiert sich weiter voller Elan für den Hospizverein. Am Wochenende sind drei neue Mitglieder dazu gekommen.

Der Shanty-Chor schmetterte Seemanns- und Weihnachtslieder, Voice-of-Germany-Teilnehmerin Luisa Kummerfeld hatte einen kurzen bejubelten Auftritt mit ihrer Band „Small Steps“, die Mitarbeiter der Deutschen Bank verkauften Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, Marktmeister Willi Nagel hatte heißen Apfelpunsch gespendet – und das alles zugunsten des Hospizes Lebensweg. Der Förderverein „Lebensweg – Stationäres Hospiz für Jung und Alt“ machte am Wochenende auf der Hude kräftig Werbung für sein Projekt und gewann auch gleich einige neue Mitglieder.

 „Ich habe die Vision von Anfang an geteilt und gedanklich alles mitgetragen“, sagte Christiane Schutt, bevor die Vereinsvorsitzende Sabine Tiedtke ihre Freundin als 100. Mitglied des Vereins in die Arme schloss. Und diese Vision, die inzwischen 107 Mitglieder teilen, ist ein stationäres Hospiz als Ort, an dem Menschen gemeinsam mit ihren Angehörigen auf ihrem letzten Lebensweg in Würde begleitet werden. Das Sterben solle so wieder ins Leben geholt werden und zwar genau in die Mitte von Stormarn, so Sabine Tiedtke, die kürzlich vom Stormarner Tageblatt zum „Mensch des Jahres 2014“ gekürt wurde.

Diese Ehrung erfuhr inzwischen große Anteilnahme und Resonanz in der Bevölkerung. Denn die charismatische Oldesloerin versteht es, Menschen für ihre Sache zu begeistern und mit ins Boot zu holen. Christiane Schutt (46), Oldesloer Yoga-Lehrerin und Mutter von vier Kindern, freute sich über einen Rucksack und einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihre Eintritt in den Verein. Sie war das 100. Mitglied. „Christiane ist eine der Ersten, die wussten, dass ich das Hospiz gründen wollte“, so Sabine Tiedtke. Seitdem erfährt der Verein unheimlich viel Zuspruch und Unterstützung von allen Seiten, auch finanzieller Art. Dazu passte dann auch der Spendenscheck in Höhe von 800 Euro, den Angelika Lippold und Jan Hinrichsen von der Deutschen Bank, dem 99. Lebensweg-Mitglied, der glücklichen Vereinsvorsitzenden überreichten.

Nov 282014
 

„Lassen Sie Taten folgen“

Die Gründerin des Hospiz-Vereins Lebensweg, Sabine Tiedtke, ist in Stormarn zum Mensch des Jahres gewählt worden.

Zu Tränen gerührt nahm sie die Glückwünsche entgegen: Die Oldesloerin Sabine Tiedtke ist zum Mensch des Jahres gewählt worden. Damit würdigten die Leser des Stormarner Tageblatts ihr Engagement für die Gründung eines stationären Hospizes in der Kreisstadt.

Redaktionsleiter Stephan Poost stellte heraus, dass nicht nur Sabine Tiedtke Siegerin ist. „Sie alle sind Gewinner, aber es kann leider nur einen geben“, betonte er in Richtung Friedhelm Meya aus Reinfeld und Hans-Peter Weiß aus Ahrensburg, die ebenfalls für ihre ehrenamtliche Arbeit nominiert waren. Ohnehin seien ja die Kandidaten auch nur „die Spitze des Eisbergs. Die Arbeit lastet auf vielen Schultern.“ Der sh:z wolle mit der Aktion dazu beitragen, ehrenamtlich Aktiven zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen. „Oftmals geraten die guten Dinge etwas in den Hintergrund“, räumte Poost selbstkritisch ein.

Für Kreispräsident Hans-Werner Harmuth steht fest: „Ohne dieses Ehrenamt wäre der Kreis sehr viel ärmer.“ Die Tatsache, dass mit Bürgermeister Michael Sarach (Ahrensburg), Bürgervorsteher Gerd Herrmann (Reinfeld) und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (Bad Oldesloe) hochkarätige kommunale Vertreter zu der Feier ins Bürgerhaus gekommen waren, zeige, dass das Ehrenamt einen hohen Stellenwert genieße.

Die Flensburger Brauerei ist Partner des sh:z bei der Wahl zum Menschen des Jahres. „Es gibt nichts Gutes, außer man teilt es mit“, wandelte Pressesprecher Ralf Höpfner ein Zitat von Erich Kästner ab. Das sei der Anknüpfungspunkt der Brauerei, sich zu engagieren. Das Unternehmen wolle helfen, Marketing und Werbung für ehrenamtlich Aktive zu machen.

„Es kommt auch viel zurück“, machte Friedhelm Meya deutlich, der sich seit vielen Jahren für die Reinfelder Tafel einsetzt und auch im hohen Alter fünf Tage die Woche mit anpackt: „Und es ist toll!“ Sabine Tiedtke nutzte die Gelegenheit, um den anwesenden Politikern im Sinne der Ehrenamtler ins Gewissen zu reden: „Lassen Sie Taten folgen, öffnen Sie Türen und geben Sie vielleicht auch etwas Geld.“

Nov 182014
 

Mensch des Jahres : Die Powerfrau mit der Hospiz-Vision

Kandidatin 2: Sabine Tiedtke aus Bad Oldesloe.

Die Frau hat Power, verbreitet eine ansteckende Fröhlichkeit und versteht es, Leute mitzuziehen und sie von ihrer Idee zu begeistern. Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte sie in einem kleinen Kreis mit elf locker Interessierten zum ersten Mal über ihre Idee eines stationären Hospizes berichtet. Wenige Monate später wurde ein Förderverein gegründet. Inzwischen kann der Verein „Lebensweg“ auf mehr als 100 Mitglieder blicken. „Der Bürgerwunsch für ein Hospiz ist weiter ungebrochen“, freut sich die Initiatorin.

Der Verein sah sich schon auf der Zielgeraden, als eine Ahrensburgerin ein Grundstück für ein stationäres Hospiz zur Verfügung stellte. Eine Reinfelder Architektin erstellte eine dazu passende Planung. Auch die Oldesloer Politiker waren ohne Wenn und Aber von dem geplanten Projekt am Schwarzen Damm überzeugt. Allein die Verwaltung machte einen Strich durch die Rechnung. Die Landesplanung lehnte eine Bebauung des Grundstücks ab. Auch ein nachdrücklicher Beschluss des Bauausschusses und ein weiterer Gesprächstermin in Kiel konnten daran nichts ändern – dort wird kein Hospiz gebaut.

„Da war ich natürlich erst mal total geknickt“, erzählt Sabine Tiedtke. Aber auch von diesem Rückschlag lässt sich die Oldesloerin nicht aufhalten: „Im Grunde ist es egal, wo das Gebäude steht. Die Vision bestand ja schon, als wir noch kein Grundstück hatten“, erzählt Tiedtke. Der Rückschlag habe dazu geführt, dass sie viele Leute aufgemuntert hätten. „Jetzt suchen wir gemeinsam was“, wurde als Motto ausgegeben. In nur einer Woche habe der Verein fünf neue Mitglieder gewonnen.

Die Anstrengungen zeigten Erfolg. Eine alternative Immobilie rückte in den Fokus des Hospiz-Vereins Lebensweg. Es werden viele Gespräche geführt, auch wenn es noch kein spruchreifes Ergebnis gibt, ist Sabine Tiedtke zuversichtlich: „Es sieht ganz gut aus.“

Die Vision von Sabine Tiedtke, dass Oldesloe ein stationäres Hospiz braucht, ist bei vielen Menschen auf offene Ohren gestoßen. Der Verein erfährt breite Unterstützung – die gut 100 Mitglieder legen davon ein beredtes Zeugnis ab.

Doch „Lebensweg“ ist mittlerweile mehr als nur eine Vision von Sabine Tiedtke. Der Verein verfügt über Büroräume an der Lübecker Straße und bietet dort regelmäßige Sprechstunden an. Sponsoren wurden und werden gesucht, darüberhinaus steht die Hospizbewegung mit Holsteins Herz für Förderung in Kontakt.

Seit 30 Jahren lebt die gebürtige Hamburgerin Sabine Tiedtke in Oldesloe. Ihren Mann lernte sie bei der Arbeit in der Sparkasse kennen, sie hat zwei Kinder und zwei Enkel. Doch der Beruf als Bankkauffrau erfüllte sie nicht und eigentlich wollte sie schon immer viel lieber Krankenschwester werden. Deshalb schulte sie 2003 um, arbeitete im damaligen Kreiskrankenhaus, bildete sich zur Pflegedienstleitung weiter und entwickelte während einer Fortbildung die Idee eines stationären Hospizes. Für deren Realisierung setzt sie sich jetzt mit aller Kraft ehrenamtlich ein.

von Andreas Olbertz
erstellt am 14.Nov.2014 | 18:15 Uhr

Okt 282014
 

Bad Oldesloe

Regionalplan verhindert erstes Hospiz in Stormarn

Das angedachte Grundstück in Bad Oldesloe darf nicht bebaut werden. Nun suchen die Mitglieder des Fördervereins Lebensweg ein neues Gelände, auf dem Stormarns erstes Hospiz entstehen kann.

Von Alexandra Schulz

<br /><br /><br /> Sabine Tiedtke hat den Verein Lebensweg im Februar 2013 gegründet<br /><br /><br />

Sabine Tiedtke hat den Verein Lebensweg im Februar 2013 gegründet (Foto: Birgit Schücking)

Bad Oldesloe. Zeichnungen hat es schon gegeben und auch ein Modell: Sabine Tiedtke, die Vorsitzende des Fördervereins Lebensweg, hatte sich Gedanken gemacht, wie ein Hospiz an der Straße Schwarzendamm in Bad Oldesloe verwirklicht werden könnte. Nun aber steht fest, dass ein Hospiz dort nicht gebaut werden darf. „Das ist schade, denn die Stadt und auch die Politiker haben sich dafür ausgesprochen, dass wir die Fläche nutzen können. Aber nun kam aus Kiel die Nachricht, dass es rechtlich nicht möglich sei“, sagt Tiedtke.

Wie berichtet hatte sich eine Ahrensburgerin bei dem Förderverein gemeldet. „Sie sagte, sie würde uns das Grundstück schenken, wenn wir eine Baugenehmigung bekämen“, sagt Tiedke. „Wir wussten, dass das schwierig werden kann, da die Fläche nicht als Bauland ausgewiesen ist. Aber unsere Architektin meinte, wir könnten schon mal malen und ein Modell bauen, um den Menschen zu zeigen, wie das Hospiz dort aussehen könnte.“

Und das ist dabei herausgekommen: Acht Einzelzimmer und zwei Familiensuiten soll das Hospiz bekommen, zudem einen sogenannten Raum der Stille, einen Wellnessbereich und einen großen Raum für Veranstaltungen. Das Hospiz wäre das erste stationäre in Stormarn, bislang gibt es lediglich Hospizinitiativen, die sich ambulant um Sterbende kümmern.

Das Grundstück an der Straße Schwarzendamm ist etwa 10.000 Quadratmeter groß, zur Hälfte gehört es der Stadt Bad Oldesloe, die andere Hälfte einer Dame aus Ahrensburg. Laut Bebauungsplan ist es nur für Kleingärten und Grünflächen vorgesehen. „Das Projekt ist von uns gewollt“, sagt Thilo Scheuber, der Fachbereichsleiter des Oldesloer Bauamtes. „Sowohl die Verwaltung als auch alle Fraktionen in den politischen Gremien sind für ein Hospiz in Bad Oldesloe.“ Aber: „Das Gebiet liegt außerhalb der Siedlungsgrenze. Innerhalb der Grenze dürfen wir die gemeindliche Bauplanung machen, außerhalb sind wir auf die Landesplanung angewiesen.“

Hospiz ist Gegenstand mehrerer Besprechungen in Kiel gewesen

Die Landesplanung hat ihren Sitz bei der Landesregierung, genau genommen in der Staatskanzlei in Kiel. „Die Absicht, auf dem betreffenden Grundstück – außerhalb des baulichen Siedlungszusammenhanges der Stadt Bad Oldesloe – ein Hospiz zu errichten, widerspricht den Zielen des geltenden Regionalplans. Dort ist verankert, dass Planvorhaben außerhalb von Siedlungsachsen und innerhalb regionaler Grünzüge nicht zulässig sind“, heißt es von dort auf Anfrage der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn. Das Anliegen sei Gegenstand mehrerer Besprechungen gewesen, auch mit der Initiatorin des Vorhabens. „Auch hat ein Ortstermin stattgefunden, an dem Vertreter des Kreises Stormarn und der Stadt Bad Oldesloe teilgenommen haben. In diesem Zusammenhang wurden diverse Lösungsmöglichkeiten erörtert, die jetzt erst einmal durch die Stadt Bad Oldesloe geprüft werden müssen.“

Zu dem Termin bei der Landesplanung in der Staatskanzlei hat ein Mitarbeiter der Stadt Bad Oldesloe Sabine Tiedtke begleitet. „Es ging darum, dass Frau Tiedtke ihr Anliegen noch einmal selbst vortragen kann, das war ihr wichtig“, sagt Thilo Scheuber von der Stadt Bad Oldesloe. Auch wenn die Entscheidung für Außenstehende schwer zu verstehen sei: „Die Entscheidung der Landesplanung ist nachvollziehbar und begründet. Die Verordnung ist wie ein Gesetz, und sie sieht es eben nicht vor, es geht also nicht.“ Noch nicht, fügt er hinzu, denn die Pläne werden in regelmäßigen Abständen neu gefasst. 2018 sollen neue verabschiedet werden.

So lange aber wollen die Mitglieder des Fördervereins nicht warten. „Es wäre nett gewesen, wenn das mit dem Grundstück geklappt hätte“, sagt Sabine Tiedtke. „Aber ich glaube, dass sich auch etwas Neues ergibt. Das inhaltliche Konzept soll das gleiche bleiben, nur suchen wir jetzt eben ein anderes Grundstück.“ Der Verein sei für alles offen. „Wir suchen etwas in Stadtnähe, am liebsten mit Grün drumherum.“

Die Stadt Bad Oldesloe hilft bei der Suche. Scheuber: „Wir haben einen Katalog aufgestellt mit Flächen, die infrage kommen. Frau Tiedtke prüft nun, welche geeignet sind. Wir haben sie bis hierhin begleitet und werden sie auch weiter begleiten.“ Es gebe schon ein Grundstück, das gut passen könnte, sagt Sabine Tiedtke. Welches, möchte sie noch nicht sagen, da sie mit den Eigentümern noch nicht gesprochen habe. „Aber wir hoffen, dass wir zügig mit den Verhandlungen beginnen können.“

Jul 012014
 

Lebensweg : Hospiz-Planung schon fast fertig

vom 12. Juni 2014
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sabine Tiedtke treibt ihre Vision zur Gründung eines Hospizes unermüdlich voran. Der Verein Lebensweg hat bereits ein Grundstück, einen Plan und sogar ein Modell des Gebäudes

Jaja, Sabine Tiedtke und ihre Idee von einem stationären Hospiz in Bad Oldesloe – eines von vielen wichtigen Projekten für Oldesloe, aber ob das je was wird? Kaum anderthalb Jahre nach dem ersten Treffen im Bürgerhaus ist klar: Das wird was! Sabine Tiedtke brennt für diese Idee und wird mit Sicherheit nicht locker lassen, ehe das Gebäude eröffnet ist.

„Ich staune selber“, gibt die 51-Jährige unumwunden zu: „schließlich ist es nicht mehr als Sabine Tiedtke und ihre Vision.“ Das ist zwar teilweise richtig und doch total untertrieben. Mittlerweile ist der Verein „Lebensweg“ gegründet. Es gibt Büroräume und regelmäßige Sprechstunden. Dem Verein ist ein Grundstück für den Bau ein Hospizes als Geschenk angeboten worden und eine Architektin hat passend zu dem Gelände bereits ein Gebäude geplant. Und das alles in grade mal 18 Monaten. „Seitdem ist das Rad am Laufen“, freut sich Sabine Tiedtke: „Es gibt offenbar viele Menschen, die schon lange im Kopf haben: Wir brauchen hier ein Hospiz.“ Daher, so ihre Vermutung, komme die breite Unterstützung.

Der Lebensweg von Sabine Tiedtke ist nicht geradlinig verlaufen, aber rückblickend sollte er wohl genau so sein. 1980 beginnt sie eine Lehre bei der Sparkasse wird Bankkauffrau. Dort lernt sie ihren Mann kennen, bekommt zwei Kinder und arbeitet nach der Elternzeit nur noch Teilzeit in ihrem Beruf. 1997 dann der Wechsel. Eigentlich wollte die gebürtige Hamburgerin, die seit 1983 in Oldesloe lebt, schon immer Krankenschwester werden. Sie schult um, arbeitet bis 2003 im damaligen Kreiskrankenhaus, wechselt anschließend zu einem ambulanten Dienst und macht später eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung. Im Rahmen dieser Fortbildung musste sie ein Projekt entwickeln: Gründen Sie eine Firma. „Es waren nur Sekunden, da hatte ich das komplette Konzept im Kopf und ich wusste, dass ich noch ein Hospiz gründen werde und nur darum Krankenschwester geworden bin“, erzählt die engagierte Oldesloerin. Einige Jahre geht sie mit der Vision schwanger, bevor sie sich im November 2012 damit an die Öffentlichkeit traut.

Dieses erste Treffen zog Kreise, immer mehr Freiwillige meldeten sich und eines Tages klingelte das Telefon. Eine Ahrensburgerin will dem Verein ein großes Grundstück am Schwarzen Damm direkt hinter dem Knickweg schenken. Kurz darauf lernte Sabine Tiedtke bei der Reinfelder Gesundheitsmesse Architektin Doris Rickmers kennen, die sich gerne einbringen möchte.

Das geschenkte Grundstück ist zwar sehr groß, aber leider nur schmal, dafür extrem tief. Eine Bebauung ließe sich nur realisieren, wenn das städtische Nachbargrundstück zumindest teilweise mitgenutzt werden könnte. Die Verwaltung sah auf dem Gelände anfänglich baurechtliche Bedenken, doch nach einem einstimmigen Beschluss aus dem Bauausschuss war Kontakt mit Kreis und Land aufgenommen worden. Erste Rückmeldungen sind positiv ausgefallen. Politik müsste also die Planung vorantreiben.

Aber da ist ja auch noch die Finanzierungsfrage. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Baukosten auf 2,5 Millionen Euro. Eine Summe, die Sabine Tiedtke nicht gleich abschreckt. Sie steht bereits in Kontakt mit Holsteins Herz, der Aktion Mensch, der Fernsehlotterie und versucht große Stormarner Unternehmen ins Boot zu holen. Außerdem führt sie Gespräche mit Stiftungen.

Ein Finanzierungsbaustein wird eine Versteigerung während des Stadtfests sein. Das Preisparadies und City-Sport haben von zahlreichen namhaften Vereinen handsignierte Bälle und Trikots erhalten, sogar die deutsche Nationalmannschaft wollte sich nicht lumpen lassen – der aktuelle WM-Kader hat eigens ein Trikot unterschrieben. Sonnabend von 12 bis 14 Uhr werden die Fanartikel auf der Besttorbühne für den guten Zweck versteigert.

 

von Andreas Olbertz
erstellt am 12.Jun.2014 | 10:56 Uhr

Jun 022014
 

Mit Namen von Fußballstars Geld für guten Zweck sammeln

Beim Stadtfest mit der Wii-Konsole gegeneinander spielen oder Trikots mit den Spieler-Unterschriften des FC Bayern München oder des HSV ersteigern?

Nun ist es nicht mehr lange und das Stadtfest in Bad Oldesloe steht direkt vor der Tür.

Am Samstag den 14.06. ab 12 Uhr werden wir an der Besttorbühne mindestens 10 tolle Fanartikel , die von City-Sport und vom Preisparadies gesponsort worden meistbietend versteigern.

Hierzu kommt DJ Andy, der uns tatkräftig unterstützt und hoffentlich einiges an Spenden mobilisieren wird!!

Am Sonntag, den 15.06. um 19 Uhr erwartet uns dann wohl noch eine Überraschung auf der Marktbühne!

LNStormarnerNachrichten2014-05-29